Hildegard von Bingen und der Bertram
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Hildegard von Bingen und der Bertram
Der Bertram gehört zu den bekanntesten Pflanzen aus der Hildegard-von-Bingen-Lehre. Heute kennen wir vor allem den sogenannten Deutschen Bertram , der vermutlich entweder ein einjähriger Abkömmling des mehrjährigen bzw. Römischer Bertrams ist oder als Kultivar aus einer Kreuzung entstanden sein könnte – möglicherweise mit dem Gelben Bertram oder dem Keulen-Bertram.
Die Pflanze wurde früher nur sporadisch angebaut und teilweise sogar heimlich gezogen – aus Sorge vor Konkurrenz. Auch in botanischen Gärten und Herbarien war sie nur selten vertreten. Bereits im Jahr 1888 soll es nur noch einen einzigen Bauern bei Magdeburg gegeben haben, der Bertram kultivierte.
Angebaut wurde der Deutsche Bertram unter anderem in Thüringen, in der Umgebung von Magdeburg, im Vogtland, im Harz sowie in Böhmen. Besonders gut gedieh er auf lehmigen Sandböden. Nach dem Ende des Feldanbaus konnten jedoch keine lebenden Pflanzen oder Saatgutbestände mehr aufgefunden werden.
Bertram – ähnlich wie Kamille, aber doch ganz eigen
Der Bertram wird auch „Mutterkraut“ deutlich genannt und ähnelt äußerlich der echten Kamille, ist jedoch weniger geruchsintensiv. Teilweise wurde er mit der Hundskamille verwechselt, die bekanntlich nicht typisch nach Kamille duftet.
Nach dem Abblühen geht die Kraft der Pflanze traditionell vor allem in die Wurzel über – dann wird sie geerntet und weiterverarbeitet.

Bertram bei Hildegard von Bingen
Bertram ist eine seit der Antike bekannte Gewürz- und Traditionspflanze. Auch Hildegard von Bingen schrieb ihm eine besondere Bedeutung zu. Sie erwähnte ihn als Pflanze, die den Menschen innerlich unterstützen konnte und formulierte:
„Einem gesunden Menschen ist er gut zu essen, weil er die Fäulnis in ihm mindert und das gute Blut vermehrt und einen klaren Verstand macht.“
Diese Aussagen stammen aus der historischen Hildegard-Lehre und spiegeln die damalige Sichtweise auf Ernährung und Pflanzenkunde wider.
Geschmack und Verwendung in der Küche
Bertram besitzt ein süßlich-herbes Aroma. Sein Geschmack erinnert leicht an Senf und kann je nach Dosierung sogar eine pfeffrige Note entwickeln. Gerade deshalb harmoniert er hervorragend mit Saucen und Fischgerichten.
Aber auch Fleischgerichte und Suppen profitieren von seiner besonderen Würze. Bertram bringt Tiefe in Gerichte, ohne aufdringlich zu sein – ein Gewürz, das sich wunderbar einfügt und dennoch Charakter zeigt.
Bertram in unseren Hildegard von Bingen Gewürzen
Genau diese besondere Art zu würzen ist auch der Grund, warum Bertram ein Bestandteil unserer Hildegard von Bingen Gewürze ist, die Sie in unserem Shop finden. Wir lassen uns dabei von der traditionellen Kräuterkunde inspirieren und wählen Zutaten mit großer Sorgfalt aus.
Unsere Gewürzmischungen sind nicht nur eine Hommage an historisches Wissen, sondern vor allem eine Einladung zum bewussten Genuss – für die eigene Küche zu Hause oder als besondere Ergänzung zu einem liebevoll gekochten Gericht.
Auch in unserer Restaurantküche greifen wir diese Inspiration auf: Bertram passt hervorragend zu kräftigen Saucen, Fleischgerichten oder herzhaften Suppen und Speisen verleiht eine warme, fein-würzige Tiefe.
Genuss, der Geschichte erzählt
Ob im Shop oder auf dem Teller – Bertram steht für eine Küche, die Tradition respektiert und zugleich modern interpretiert. Er erinnert daran, wie viel Geschmack und Geschichte in Zutaten stecken kann – wenn man sie mit Bedacht auswählt und verwendet.